Das schreibt die Hohenloher Zeitung über uns

Spannende Geschichten aus der Geschichte

Raiffeisenbank Kocher-Jagst besteht seit 125 Jahren und will ihre Historie so lebensnah und verständlich wie möglich erzählen

Hohenloher Zeitung, Ralf Reichert, 14. März 2018

INGELFINGEN Eine klassische Festschrift wird es nicht geben. Auch ein großer Festakt ist nicht geplant. Die Raiffeisenbank Kocher-Jagst will ihre 125-jährige Geschichte in ganz anderer Weise erforschen und darlegen. Flott und fundiert. Das ganze Jahr über. Mit Beiträgen auf ihrer  Internetseite. Und Vorträgen bei diversen Veranstaltungen. Dynamisch Mit dem eigenen Jubiläum
ist es freilich nicht getan. Denn da ist ja noch Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dessen Geburtstag sich
am 30. März 2018 zum 200. Mal jährt und ohne den die genossenschaftliche Bewegung nie auf solch breiter Basis Fuß gefasst hätte. Die Bank vor Ort hier, ein zentraler Vordenker dort: Das begreift die Raiba als Einheit, daraus will sie ein stimmiges Gesamtpaket schnüren. Die Spurensuche, sie soll offen sein, dynamisch und nah an den Menschen. Zeitzeugen werden interviewt und die Motivation jener Männer erkundet, die das Vorgängerinstitut 1893 gegründet haben: die Ingelfinger Bank Raiffeisen eG. Mitglieder, Kunden und Bürger können sich beteiligen
bei der Recherche, alte Akten oder Fotos sind jederzeit willkommen. Am Ende landet alles bei Dr.
Frauke Schlütz, die das Projekt hauptverantwortlich managt. Die Wirtschafts- und Unternehmenshistorikerin ist eine Expertin auf diesem Gebiet, sie promovierte an der Ruhr-Universität Bochum über die Entstehung und Entwicklung ländlicher Kreditgenossenschaften in der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert und hat mehrere Bücher geschrieben zur Geschichte der deutschen Genossenschaftsbanken. Was ihr am wichtigsten ist: die Historie der Raiba Kocher-Jagst so verständlich und authentisch, so menschlich und lebensnah wie möglich  darzustellen. Schlütz gefällt diese Werkstattatmosphäre. Geschichte detailliert zu erfassen und daraus spannende Geschichten zu stricken mag sie lieber als Geschichte theoretisch und trocken herunterzubeten. „Sonst liest das sowieso keiner.“ Und jeder neue Auftrag führt sie in eine ganz
andere Welt, denn: „Man kann nicht sagen: Wenn man eine Genossenschaftsbank kennt, kennt man alle. Jede hat ihre ganz individuelle Geschichte. Das liegt an den Menschen vor Ort, die sie gestaltet haben.“ Und jene Menschen, sie stehen absolut im Fokus. Prägnant „Das Geld des Dorfes
dem Dorfe“: Dieser Leitsatz Raiffeisens gefällt Andreas Siebert, dem Vorstandsvorsitzenden. „Ich finde ihn sehr prägnant, denn am Ende endet alles bei Einzelpersonen und Einzelfällen.“ Darauf baue die Raiba. Bis heute. „Wenn wir unsere Regionalität verlieren, verlieren wir unsere DNA. Man muss immer wissen, wo man herkommt.“ Der „Stammbaum“ wird nun genau ergründet –
aber so, dass jeder mitkommt und angesprochen wird. Vorstand Martin Krenkler, der seit 1975 dabei ist, sagt zu dieser lebendigen Historie: „Es sind genau diese alten Geschichten, über die am meisten gesprochen wird. Diesen Bogen in die Gegenwart wollen wir spannen, damit jeder sagen: Ja, so war es.“ Und sich als Teil dieser Story fühlen könne. Der Blick zurück: Für Siebert ist er auch deshalb so wichtig, um zu zeigen, „wie stark die Veränderungsbereitschaft unserer Vorgänger war. Sie waren mutiger als wir und haben uns vieles vorgemacht“.

 

Prägende Fusion

Die Raiffeisenbank Kocher-Jagst entstand in ihrem heutigen Zuschnitt im Jahr 2001 durch den Zusammenschluss der Raiffeisenbanken Dörzbach, Mulfingen und Umgebung, Schöntal,  Niedernhall und der Ingelfinger Bank. Diese wurde vor 125 Jahren gegründet, das Niedernhaller
Institut bereits vor 130 Jahren. Mit 23000 Kunden und 13000 Mitgliedern ist sie die größte Raiffeisenbank in Baden-Württemberg und hat 22 Geschäftsstellen von Buchenbach bis Oberkessach und von Künzelsau bis Niedernhall. rei